Fabian Wohlgemuth im CCK-Interview

 

Vom Namen Fabian Wohlgemuth haben in Kiel vor seiner Verpflichtung wohl nur die wenigsten gehört, am ehesten vielleicht im Zusammenhang mit einer Partie von Jungstörchen gegen ein Team aus dem NLZ seines früheren Arbeitgebers, dem VfL Wolfsburg. Einige Monate später sind glücklicherweise nicht viele Aufreger hinzugekommen.

 

wohlgemuth

(Leonhardt - Wohlgemuth - Leonhardt)

 

Zusammen mit Trainer Tim Walter stellte der gebürtige Berliner trotz nicht gerade einfachen Vorzeichen ein konkurrenzfähiges Team auf die Beine, das die KSV-Fans ob des manchmal an den Tag gelegten Defensivverhalten ganz schön ins Schwitzen, ob einiger großer Momente wie zwei Siegen in Hamburg aber auch immer öfter zum Jubeln brachte. Fabian Wohlgemuth macht in der Fördestadt einen souveränen, aufgeräumten Eindruck. Grund genug, Holsteins neuen Sportdirektor einmal zum Gespräch zu bitten.

 

CCK: Welches Zwischenfazit ziehen Sie nach Ihren ersten Monaten in Kiel?

Wohlgemuth: Nach dem massiven personellen Umbruch im Sommer war es unsere primäre Aufgabe, eine Mannschaft zu formen, die schnellstmöglich Stabilität  und Sicherheit in ihren spielbezogenen Abläufen erreicht. Gerade dank unserer etablierten Spieler wie z.B. David Kinsombi, Johannes van den Bergh oder auch Dominik Schmidt sind wir hier ein gutes Stück vorangekommen und haben in vielen Bereichen die von uns erhoffte Entwicklung gezeigt -wenngleich auch diese Phase noch nicht abgeschlossen ist. Dazu haben sich mit den Neuzugängen Wahl, Meffert, Serra, Lee und Dehm fünf Neuzugängen zu festen Größen im Team entwickelt. All das ist in erster Linie der Arbeit von Tim Walter und seinem Team zuzuschreiben. Das Tabellenbild könnte sich allerdings noch freundlicher gestalten, wenn es uns gelingt, die individuelle Fehlerquote zu senken. Hier liegt ganz sicher eine Priorität unserer Arbeit in den nächsten Wochen.

     

CCK: Wie haben Sie sich in Ihrem neuen Aufgabenfeld zurechtgefunden?

Wohlgemuth: Der Eingewöhnungsprozess musste aufgrund des oben beschriebenen Umbruchs im sportlichen Bereich sehr schnell von statten gehen. Dank unseres Netzwerks – und da beziehe ich Tim Walter mit ein – waren die ersten Wochen sehr intensiv, allerdings auch kein Neuland. Die Herausforderung bestand darin, eine qualitativ zweitliga-taugliche Mannschaft zusammen zu stellen, die in den ökonomischen Rahmen und zu unserer Idee Fußball zu spielen passte. Ich denke, da haben wir - gemeinsam mit Präsidium und Trainerteam – viele gute Entscheidungen getroffen. Mit dem Ergebnis können wir alle zufrieden sein. 

 

 

CCK: Welches ist für Sie der größte Unterschied im Vergleich zu Ihrer bisherigen Tätigkeit in Wolfsburg?

Wohlgemuth: Am Ende sind die Unterschiede nicht so gravierend, wie man es eventuell von außen annehmen könnte. Sowohl im NLZ vom VfL Wolfsburg als auch als Sportdirektor hier in Kiel besteht meine Aufgabe im Kern darin, eine konkurrenzfähige Mannschaft zusammen zu stellen. Der größte Unterschied ist hier sicherlich der wirtschaftliche Rahmen, in dem wir uns bewegen. In einem kleinen, aufstrebenden Zweitliga-Verein wie in Kiel ist der Etat eine größere Herausforderung. Hier kann man sich keine gravierenden Fehl-Investitionen leisten, jeder Schritt muss gut überlegt sein.

 

CCK: Sie sind derzeit viel unterwegs. Was sind die Anlässe für Ihre Reisen?

Wohlgemuth: Meine Arbeit ist sehr vielschichtig. Neben der Nähe zur aktuellen Mannschaft steht die Weiterentwicklung unseres Teams ganz klar im Fokus. Wir beschäftigen uns laufend mit der personellen Situation. Natürlich beobachten wir  auch unsere Mitbewerber. Was passiert auf dem Markt? Welche Möglichkeiten tun sich auf? Des Weiteren gehört auch die infrastrukturelle Entwicklung in den Bereichen Scouting und Spielanalyse zum Profil.

 

CCK: Wie zufrieden sind Sie mit dem derzeitigen Kader und welche Überlegungen gibt es für die kommende Transferperiode?

Wohlgemuth: Wir wären tatsächlich offen für ein, zwei Neue. Allerdings nur dann, wenn es sich um Spieler handelt, von denen wir überzeugt sind und die Potential haben. Primär steht dabei immer die langfristige strategische Planung unseres Kaders im Vordergrund, allerdings spielen auch akute Entwicklungen, wie z.B. die Tabellen- oder Verletztensituation, eine Rolle.

 

CCK: Es gibt ganz aktuell einen neuen Chefscout. Welche Beweggründe gab es, Dirk Schlegel zu verpflichten?

Wohlgemuth: Wir haben im Bereich Scouting nach dem Weggang von Carsten Wehlmann zu Darmstadt 98 nach jemandem mit Marktkenntnis und Netzwerk gesucht, ohne den in Kiel möglichen Rahmen zu sprengen. Das ist uns mit Dirk Schlegel – einem Kenner der Fußballszene - gelungen.

 

CCK: Zum Abschluss: Welche Entwicklung von Mannschaft und Trainerteam wünschen Sie sich bis zur Winterpause?

Wohlgemuth: Grundsätzlich sind wir mit dem aktuellen Verlauf sehr zufrieden. Was allerdings  möglich ist, haben Trainer und Mannschaft nicht nur im DFB-Pokal, sondern auch in den Spitzen-Spielen der Liga gezeigt. Dazu gehört jedoch, dass wir noch stabiler werden. Und auch weiterhin mit Nachdruck an den verschiedenen Themen arbeiten, um besser zu werden.

 
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