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Medical Park Antalya Spor Kulübü vs. Beşiktaş Jimnastik Kulübü
Geschrieben von: Matthias   
Samstag, den 21. Januar 2012 um 12:20 Uhr

Mardan Antalyaspor Stadyumu, 20. Januar 2012, Endstand 1:2

 

...oder auch CCK goes Antalya.

 

Nach dem Test der Störche ging es mit dem Mietwagen Richtung Antalya, wo man am Abend noch der Süperlig-Partie zwischen Antalyaspor (1966 gegründet und eine klassische Fahrstuhlmannschaft zwischen erster und zweiter Liga) und Beşiktaş (mit 13 Meistertiteln und 9 Pokalsiegen eins der erfolgreichsten Teams der Türkei) beiwohnen wollte. Mietwagen war dabei eine goldrichtige Entscheidung, denn nachdem Antalyaspor seinen eigentlichen Ground, das Atatürk Stadion mitten in der Stadt verlassen musste, spielt man seit 2010 im Mardan Stadion, welches hingegen nicht nur auf der "Grünen Wiese", sondern irgendwo mitten in der Pampa gebaut wurde.

 

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Ursprünglich wurde die Anlage für die U17-Europameisterschaft 2008 errichtet und besitzt weitere Trainingsplätze und ein Hotel. Was hingegen vergessen wurde, ist eine auch nur ansatzweise akzeptable Verkehrsanbindung, weshalb sich sich der Antalya-Supporter jedesmal vom Stadtrand auf eine ca. 20 km lange Reise begeben darf, davon 15 km über Feldwege und Hügel, entweder im eigenen Fahrzeug oder komplett überfüllten Bussen.

 

Als Nicht-Ortskündiger würde man das Stadion gar nicht finden, wenn man nicht den Flutlichtschein vor, neben und irgendwann hinter sich hätte (vielleicht ist die Anfahrt in einem großen Bogen um das Stadion herum ja ein bewusst eingesetztes Mittel zur Steigerung der Spannung), bzw. von Zeit zu Zeit ein Polizeiauto am Wegesrand stehen würde. Eigentlich kein Wunder, dass sich die Fans nicht so recht mit ihrem neuen "Zuhause" anfreuden können.
Parkplatzsituation ist zum Glück gut und so geht es voller Vorfreude Richtung Ticketschalter, wo einen fast der Schlag trifft: 150 TL für den überdachten Sitzplatz und 125 TL für den unüberdachten, was über 50 € sind und die Reisekasse fast sprengt.

 

 

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Völlig übertriebener Preis, auch deshalb weil man in der türkischen Liga gerne mal extra zulangt, wenn die Clubs aus Istanbul zu Gast sind. Zum Glück macht der Schalverkäufer, bei dem man zuvor noch ein Souvenir erworben hat, einen guten Wechselkurs und so geht es endlich mit einem kurz zuvor kennengelernten local guide in Richtung Eingang. Stimmung steigt weiter an: Die Ultràs von Antalya, die angeboten hatten, einen "umsonst" ins Stadion zu bringen, heizen vor dem Spiel ein wenig die Stimmung an und erste Gesänge sind zu hören.

 

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Vorbei an der zahlreich vorhandenen Polizei, die ihre Schutzschild in Reih und Glied aufgestellt hat geht es, nach gründlichem Security-Check endlich ins Stadion.

 

Das besteht aus aus vier einzelnen Tribünen, wo denen drei dreistöckig sind und die Hauptribüne zudem überdacht. Lediglich die Hintertortribüne, auf der der Gästebereich untergebracht ist fällt von der Größe her etwas kleiner aus.

 

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Ingesamt eine gelungenes Stadion, das allerdings etwas steril wirkt (Neubau halt) und dem auch die Geschichte fehlt. Insgesamt fasst das Mardan Stadion 18.000 Zuschauer, wobei zum heutigen Spitzenspiel nur gut die Hälfte der Kapazität notwendig ist.
So gibt es größere Lücken, was sich natürlich in Kombination mit den für die Südtürkei bitterkalten Temperaturen (nach Sonnenuntergang sind die nur knapp über dem Gefrierpunkt) negativ auf die Stimmung auswirkt. Dies gilt allerdings nicht für die Ultràs "Genclik 07" von der Curva Nord, die in ihrem Hintertorblock singen, pogen und die Schals in die Höhe halten, sowie den zweiten Supportblock auf der unüberdachten Gegentribüne, dessen Alterschnitt etwas höher ist und der klischeehaft schön und gestenreich gegen gegnerische Fans (rund 250) und Spieler, sowie an diesem Tag im speziellen gegen das Schiedsrichtergespann pöbelt.

 

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Vor dem Spiel bleibt noch kurz Zeit die türkische Stadiongastro zu testen, wobei man diese für geschätzte 90% der Zuschauer auch auf geröstete Sonnenblumenkerne (und alle, die die Dinger kennen, wissen, dass sie süchtig machen) und schwarzen Tee reduzieren könnte. Wir gönnen uns noch zusätzlich einen Sandwich mit "Salam" (milde türkische Wurst), die zusammen mit knackigem Salat und frischen Gurken zwischen zwei wabblige Brötchenhälften gepackt ist.

 

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Schmeckt erstaunlich gut und ist mit umgerechnet zwei Euro auch nicht überteuert. Zusammen mit einem heißen Tee in der Hand geht es zu den Sitzplätzen, wobei Sitzen eher nicht so ist, was bei den Temperaturen aber auch voll in Ordnung ist, außerdem kann man so auch besser bei den Rhythmen mitwippen.
Erste Hälfte ist die Hoffnung bei Antalya auch noch groß, den "schwarzen Adlern" eine Niederlage beizubringen. Gutes Kombinationsspiel, allerdings ohne guten Torabschluss, was dazu führt, dass plötzlich die Gäste die Riesenchance zur Führung haben, die allerdings mit einem klasse Reflex von Antalyaspor-Torhüter Sammy zunichte gemacht wird. Wenig später dann die Szene, nach der Schieds- und Linienrichter komplett beim Publikum (und auch bei Spielern und Trainerstab von Antalya) unten durch sind: Necati Ates spitzelt den Ball am langen Pfosten über die Linie, doch der Linienrichter winkt ab, was eine krasse Fehlentscheidung ist und leidenschaftliche Proteste nach sich zieht. Ändert aber nichts an der Entscheidung und so versucht es Antalya in der Folge mit der Brechstange, was aber bis zur Pause zu nichts Zählbarem führt. Glückliches 0:0 für Ernst, Almeida, Simao, Edu und Co, die entweder einen richtigen Einlauf vom Trainer oder einen verdammt guten Pausentee gehabt haben müssen. Denn nach der Pause kommt Beşiktaş immer wieder mit schnellen Angriffen über die Flügel und setzt die Heimabwehr unter ständigen Druck, wodurch ein Abwehrfehler vom Ex-Paulianer Deniz Baris provoziert wird, der einen Ball direkt vor die Füße von Ex-Werder-Profi Hugo Almeida legt, der dann nur noch einschieben braucht. Antalya bleibt in der Folge weiter harmlos und verliert sogar noch seinen Keeper nach einem Presschlag, genau wie nach und nach auch die akustische Überlegenheit während der Away-Block gegen Ende mächtig Lärm für 250 Leute macht (von denen wohl ein nicht geringer Teil aus "Umlandfans" bestehen dürfte).  Ab der 85. Minute verlassen die ersten enttäuschten das Stadion, verpassen dadurch allerdings noch zwei Tore und eine Rote Karte - in der 90. per Konter das 0:2 und in der vierten Minute der Nachspielzeit das 1:2 durch Foulelfmeter.

 

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Zu mehr reicht es für die Hausherren nicht mehr, Schuld hat diesmal hauptsächlich der Schiedsrichter.

 

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Nach dem Spiel gibt es noch ein bisschen Small-Talk mit unserem local guide und einem jungen Journalisten aus Istanbul, der dringend zu einem Besuch der Hauptstadt und deren Fußballstadien rät (jetzt wo der Länderpunkt gemacht ist, will die Liga ja komplettiert werden ;) ). Außerdem verpassen wir dadurch das ganz große Verkehrschaos und kommen relativ entspannt wieder in unserer Unterkunft in Side an.