24. November 2018, Endstand: 2:1

 

Als Auswärtsfahrer sammelt man neben den Eindrücken auch viele Gründe, warum dieses oder jenes Ziel lohnt, auch häufiger angesteuert zu werden. Bei Duisburg ruft Currywurst und die Distanz ist nicht so weit, bei Ingolstadt freut man sich auf die bayrische Biergartenkultur, usw. Bei Sandhausen fällt es schon schwer, einen Grund zu finden. Verbindet man die Reise in den Rhein-Neckar-Kreis nicht gerade mit einem Besuch in Heidelberg, zieht es einen dort nicht unbedingt ein zweites Mal hin.

 

Und obwohl die Gäste dieses Novembersonnabends durchaus als Institution im Profifußball anzusehen sind, 2008 stiegen sie in die 3. Liga auf, seit 2012 ist der SVS fester Bestandteil der 2. Bundesliga, gehört die Anhängerschaft eher nicht zum reiselustigen Volk. Im Schnitt sind diese Saison kaum mehr als 150 Fans der Baden-Württemberger durch die Republik gefahren, um ihre Mannschaft zu unterstützen. Und so wurden für das Spiel an diesem feuchtkalten Novembertag auch nur rund 30 Karten im Vorverkauf abgesetzt. Der Interims-Gästeblock wurde damit wieder zum Heimblock, die wenigen Gästefans quasi an der Wurstbude neben der Haupttribüne untergebracht. Dort war das Anbringen von Fahnen am Zaun allerdings nicht erwünscht. Naja,...

 

derby

 

Der Rest der 8.400 Zuschauer (lange nicht mehr so viele Kartenangebote vorm Stadion gesehen) erwärmte sich noch mit Gedanken an den Derbysieg der U23 aus der letzten Woche oder auch an das spektakuläre 4:4 gegen den SC Paderborn. Und das Duell gegen die Elf vom Hardtwald schien ähnliches Potenzial zu besitzen: Nach nur zwei Minuten hatte Wooten den Führungstreffer auf dem Fuß. Die Führung gelang dann allerdings Holstein.

 

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Kingsley Schindler konnte eine Freistoß-Flanke in der 9. Minute unbedrängt einnicken. Dem Team von Uwe Koschinat (der seit dem 15. Oktober beim SVS an der Seitenlinie steht) fiel in der Folge nicht sehr viel ein, die klareren Chancen hatte Holstein. Nach 33 Minuten spielte Serra auf Schindler, der wiederum den perfekten Moment fand, um auf Lee durchzustecken. Der Südkoreaner, dem das Aussetzen bei der Nationalelf spürbar gut getan hatte, konnte dann listig zum 2:0 vollenden. Das freute nicht nur die Fans aus Fernost. Zur Halbzeit sah alles soweit ganz schier aus.

 

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Und auch nach dem Seitenwechsel änderte sich an den Kräfteverhältnissen wenig, allerdings verpassten die KSV es, den „Deckel drauf zu machen“. So konnte David Kinsombi nach 51 Minuten eine Flanke von Schindler aus kürzester Distanz nicht im Tor unterbringen. Nach 83. Minuten wurde es dann nochmal spannend, da Schleusener der 1:2-Anschlusstreffer gelang. Ein wenig musste also noch gezittert werden, ehe die drei Punkte im Sack waren.

 

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Die Störche bleiben diese Saison zuhause weiter ungeschlagen – müssen am nächsten Wochenende aber erst einmal in den Pott zum MSV Duisburg reisen.

 

P.S.: Einen dicken Daumen hoch nochmal für die Sammelaktion von Compagno und Block 501 und natürlich an alle, die mit für Obdachlose und Hunde gespendet haben. In der Woche können warme Kleidung, Hundefutter und Tennisbälle im Fanprojekt (Von-der-Tann-Straße 3a) abgegeben werden.

 

P.P.S.: Alle Bilder in der Galerie.

 
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